Heidehof Kuh  BSE Information


    Nachrichten aus "Die Rheinpfalz" Donnerstag, 11. Januar 2001:
    ,,Heute so und morgen anders funktioniert nicht" RHEINPFALZ-Rundfrage: Landwirte und Politiker begrüßen mehr Verbraucherschutz in der Nahrungsmittelproduktion
    Viel Raum für Spekulationen Artikel aus ,,top agrar: DAS MAGAZIN FÜR MODERNE LANDWIRTSCHAFT" -März 2001.

    Das Thema BSE beschäftigt Bevölkerung und Politik in großem Ausmaß. Sie als Verbraucher wurden in den letzten Wochen mit vielen und z.T. widersprüchlichen Meldungen konfrontiert. Viele von Ihnen reagieren mit Unsicherheit und Irritationen. Nicht zuletzt deshalb, weil Ihnen nähere Informationen fehlen. Wir möchten deshalb Antworten auf immer wieder gestellte Verbraucherfragen geben. Ihnen helfen, Klarheit zu schaffen und Ihre Entscheidungsprozesse beim Kauf von Fleisch und Wurstwaren zu erleichtern.

    1. Was ist BSE?
      BSE heißt Bovine Spongiforme Enzephalopathie, sie gehört zu den übertragbaren schwammartigen Erkrankungen des Gehirns. Bei erkrankten Tieren entstehen Löcher im Gehim, sie werden aggressiv und verlieren die Orientierung. Der Zeitraum zwischen Ansteckung mit dem BSE-Erreger und Ausbruch der Krankheit beträgt bei Rindern durchschnittlich 5 Jahre.

    2. Wodurch wird BSE ausgelöst?
      Als Erreger gelten Prioren. Das sind infektiöse Partikel mit Eiweißstruktur. Die krankhafte Veränderung besteht darin, dass die Eiweißpartikel abnormale räumlicher Strukturen eingehen. Durch Anregung benachbarter Partikel, ihre Strukturen ebenfalls zu ändern, breitet sich die Krankheit immer weiter aus. Die Ablagerung der infektiösen Prionen im Gehirn und in den Nervensträngen führt nach und nach zur Zerstörung der Nervenzellen.

    3. Wie wird BSE übertragen?
      Die Verfütterung von Tiermehl, das möglicherweise auch Bestandteile BSE-infizierter Rinder enthielt, gilt als wichtigste infektionsquelle. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass BSE in der letzten Phase der Trächtigkeit von infizierten Muttertieren auf das Kalb weitergegeben werden kann. BSE wird nach derzeitigem Wissenstand nicht durch Kontakte zwischen kranken und gesunden Tieren übertragen.

    4. Sind Milch und Milchprodukte gefährdet?
      Nein. Milch oder Milchprodukte können nach derzeitigem Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden.

    5. Ist die Babynahrung unbedenklich?
      Fleisch, das in der Babynahrung verwendet wird, unterliegt besonders strengen Kontrollen. Die Hersteller wählen nur Tiere mit absolut gesicherter Herkunft, häufig von Öko-Betrieben für die Verarbeitung aus. Auch in der Vergangenheit wurden in Deutschland noch nie Organe, die jetzt als Risikomaterial gelten, bei der Herstellung von Babykost eingesetzt.

    6. Können BSE-Erreger im Boden überleben und Pflanzen Infizieren?
      Dafür gibt es derzeit keine Hinweise. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand scheiden BSE-infizierte Rinder keine mittels herkömmlichen Nachweisverfahren feststellbaren Erreger aus, die den Boden kontaminieren könnten. Zur weiteren wissenschaftlichen Abklärung offener Fragen sind diesbezüglich Forschungsarbeiten intensiviert worden und entsprechende Projekte bereits angelaufen.

    7. Werden BSE-Erreger beim Kochen oder Braten abgetötet?
      Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten BSE-Erreger nicht ab. Das gilt auch für das Garen im Schnellkochtopf und in der Mikrowelle. Erst eine 20-minütige Erhitzung auf Temperaturen von 133° bei 3 bar Druck (Autoklavierung) tötet im großen Ausmaß die Erreger ab. Solche Bedingungen sind im privaten Haushalt nicht herzustellen.

    8. Welche Sicherheit bieten BSE-Tests?
      Das Ergebnis des in Deutschland seit Dezember 2000 vorgeschriebenen BSE-Tests ist um so sicherer, je älter die untersuchten Rinder sind (etwa 30 Monate). Ursache ist, dass eine genügend große Erregerkonzentration im Gehirn für die Nachweisbarkeit vorhanden sein muß. Das ist i.d.R. erst im fortgeschnittenen Stadium der Erkrankung der Fall. Es gibt vielversprechende Entwicklungen, wonach BSE-Tests in Zukunft zu einem früheren Zeitpunkt und am lebenden Tier durchgeführt werden können.

    9. Gibt es einen 100%igen Schutz vor BSE?
      Nein. Im Interesse eines höchstmöglichen Verbraucherschutzes sind eine Reihe von Vorkehrungen getroffen worden (Verfütterungsverbot für Tiermehl, Entfernung von BSE-Risikomaterial, wie Gehirn, Rückenmark und Augen). Nach derzeitigem Wissensstand ist keine Ansteckungsgefahr durch den Verzehr von reinem Muskelfleisch (Bsp. Rouladen) gegeben. Es wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, bewusst einzukaufen, d.h. die Zutatenliste zu lesen und nach der Herkunft des Fleisches und der Zusammensetzung der Wurst und Fleischerzeugnisse zu fragen!

    10. Wo soll man Rindfleisch kaufen?
      Es wird empfohlen, Fleisch und Fleischerzeugnisse dort zu kaufen, wo ihnen jederzeit Auskunft über die Herkunft und Haltungsform der Tiere gegeben werden kann. Wer ohnehin bei Direktvermarktern einkauft, wird die Beratung und den engen Kontakt zum Erzeuger zu schätzen wissen. Fragen Sie stets nach, wenn Ihnen die Herkunft des Fleisches nicht klar ist.

    11. Wo bekomme ich weitere Informationen?
      Weitere Auskünfte erhalten Sie bei:
      · Den Verbarucherzentralen
      · Den Ministerien für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie.
      · Den zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern-
        den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten.
      · Den Landwirtschaftsministerien.
      · Den Fleischerinnungsverbänden.
      · Links im Internet:
    12. www.bmgesundheit.de
    13. www.BML.de
    14. www.bvdf.de
    15. www.CMA.de

    Landwirtschaft zum Anfassen
    Qualitätsbescheinigung/Unbedenklichkeitserklärung

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