BSE Information
BSE heißt Bovine Spongiforme Enzephalopathie, sie gehört zu den übertragbaren schwammartigen Erkrankungen des Gehirns. Bei erkrankten Tieren entstehen Löcher im Gehim, sie werden aggressiv und verlieren die Orientierung. Der Zeitraum zwischen Ansteckung mit dem BSE-Erreger und Ausbruch der Krankheit beträgt bei Rindern durchschnittlich 5 Jahre.
Als Erreger gelten Prioren. Das sind infektiöse Partikel mit Eiweißstruktur. Die krankhafte Veränderung besteht darin, dass die Eiweißpartikel abnormale räumlicher Strukturen eingehen. Durch Anregung benachbarter Partikel, ihre Strukturen ebenfalls zu ändern, breitet sich die Krankheit immer weiter aus. Die Ablagerung der infektiösen Prionen im Gehirn und in den Nervensträngen führt nach und nach zur Zerstörung der Nervenzellen.
Die Verfütterung von Tiermehl, das möglicherweise auch Bestandteile BSE-infizierter Rinder enthielt, gilt als wichtigste infektionsquelle. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass BSE in der letzten Phase der Trächtigkeit von infizierten Muttertieren auf das Kalb weitergegeben werden kann. BSE wird nach derzeitigem Wissenstand nicht durch Kontakte zwischen kranken und gesunden Tieren übertragen.
Nein. Milch oder Milchprodukte können nach derzeitigem Wissensstand ohne Bedenken verzehrt werden.
Fleisch, das in der Babynahrung verwendet wird, unterliegt besonders strengen Kontrollen. Die Hersteller wählen nur Tiere mit absolut gesicherter Herkunft, häufig von Öko-Betrieben für die Verarbeitung aus. Auch in der Vergangenheit wurden in Deutschland noch nie Organe, die jetzt als Risikomaterial gelten, bei der Herstellung von Babykost eingesetzt.
Dafür gibt es derzeit keine Hinweise. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand scheiden BSE-infizierte Rinder keine mittels herkömmlichen Nachweisverfahren feststellbaren Erreger aus, die den Boden kontaminieren könnten. Zur weiteren wissenschaftlichen Abklärung offener Fragen sind diesbezüglich Forschungsarbeiten intensiviert worden und entsprechende Projekte bereits angelaufen.
Haushaltsübliche Garverfahren oder Einfrieren töten BSE-Erreger nicht ab. Das gilt auch für das Garen im Schnellkochtopf und in der Mikrowelle. Erst eine 20-minütige Erhitzung auf Temperaturen von 133° bei 3 bar Druck (Autoklavierung) tötet im großen Ausmaß die Erreger ab. Solche Bedingungen sind im privaten Haushalt nicht herzustellen.
Das Ergebnis des in Deutschland seit Dezember 2000 vorgeschriebenen BSE-Tests ist um so sicherer, je älter die untersuchten Rinder sind (etwa 30 Monate). Ursache ist, dass eine genügend große Erregerkonzentration im Gehirn für die Nachweisbarkeit vorhanden sein muß. Das ist i.d.R. erst im fortgeschnittenen Stadium der Erkrankung der Fall. Es gibt vielversprechende Entwicklungen, wonach BSE-Tests in Zukunft zu einem früheren Zeitpunkt und am lebenden Tier durchgeführt werden können.
Nein. Im Interesse eines höchstmöglichen Verbraucherschutzes sind eine Reihe von Vorkehrungen getroffen worden (Verfütterungsverbot für Tiermehl, Entfernung von BSE-Risikomaterial, wie Gehirn, Rückenmark und Augen). Nach derzeitigem Wissensstand ist keine Ansteckungsgefahr durch den Verzehr von reinem Muskelfleisch (Bsp. Rouladen) gegeben. Es wird den Verbraucherinnen und Verbrauchern empfohlen, bewusst einzukaufen, d.h. die Zutatenliste zu lesen und nach der Herkunft des Fleisches und der Zusammensetzung der Wurst und Fleischerzeugnisse zu fragen!
Es wird empfohlen, Fleisch und Fleischerzeugnisse dort zu kaufen, wo ihnen jederzeit Auskunft über die Herkunft und Haltungsform der Tiere gegeben werden kann. Wer ohnehin bei Direktvermarktern einkauft, wird die Beratung und den engen Kontakt zum Erzeuger zu schätzen wissen. Fragen Sie stets nach, wenn Ihnen die Herkunft des Fleisches nicht klar ist.
Weitere Auskünfte erhalten Sie bei:
· Den Verbarucherzentralen
· Den Ministerien für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie.
· Den zuständigen Lebensmittelüberwachungs- und Veterinärämtern-
den Landkreisen bzw. kreisfreien Städten.
· Den Landwirtschaftsministerien.
· Den Fleischerinnungsverbänden.
· Links im Internet: